Aufbau einer der ersten betrieblichen Ladeinfrastrukturen für Elektrofahrzeuge

Eine Person nutzt die Ladeinfrastruktur von Reev im ParkhausREEV badge

Briefing

Unterstützung des Aufbaus einer unternehmenseigenen Ladeinfrastruktur für die N-ERGIE Nürnberg in Zusammenarbeit mit ABL Mobility, beginnend mit 150 Ladepunkten für ihr eigenes Netz.

Ergebnis

Entwicklung eines Geschäftsmodells inklusive einer technischen Infrastruktur für das Laden von Elektrofahrzeugen, das an beliebige Unternehmenssysteme angebunden werden kann.

Anfang 2019 war das flächendeckende Laden von Elektrofahrzeugen lediglich eine Wunschvorstellung. In der Tat ist es das teilweise noch immer. Damals setzten Unternehmen in ihren Fuhrparks überwiegend auf Flotten, die durch fossile Brennstoffe angetrieben wurden, und das aus gutem Grund. Es gab nur wenige Ladepunkte und diese waren sowohl technisch mit einer Vielzahl von Fahrzeugen inkompatibel als auch operational mit den Anforderungen von Unternehmen in Bezug auf Prozesse, Abrechnung und Flottenmanagement nicht vereinbar.

Deshalb entwickelte N-ERGIE Nürnberg in Kooperation mit ABL Mobility eine gemeinsame Vision: eine der größten unternehmenseigenen Elektrofahrzeugflotten Europas aufzubauen und zunächst 150 Ladepunkte zu errichten. Mit diesem Schritt sollte die N-ERGIE eine Vorreiterrolle im Bereich der E-Flotten einnehmen. Nach einem intensiven Marktscreening stellte das Projektteam jedoch fest, dass es keine geeignete und skalierbare Managementlösung für groß angelegte Ladeinfrastrukturen in Unternehmen gab.

Deshalb wurde mantro an Bord geholt, um bei der Entwicklung der ersten Produktidee zu helfen. Nach ersten Briefinggesprächen wurde uns klar, dass die N-ERGIE nicht das einzige Unternehmen ist, das unter der schlechten Produktlandschaft und Ladeinfrastruktur leidet und hier massives Potential verborgen liegt.

“Während der ersten Strategie-Workshops wurde uns klar, dass die Situation unseres Kunden mehr als nur ein Einzelfall sein könnte. Dieses Bauchgefühl wurde in der Marktforschung bestätigt: Wir erkannten, dass es ein vielversprechendes Potenzial gab, um aus dem Produkt ein vollwertiges Geschäftsmodell zu machen.”

Dr. Matthias Kramer, Head of Digital Innovation @ mantro

Reev Software und Hardware

Das Produkt

Wir folgten unserem Bauchgefühl und führten gemeinsam mit der N-ERGIE Workshops zur Chancenanalyse durch. Die Fundamentals des Marktes waren stark und die Grundlagen der Produktidee waren noch stärker. In den folgenden Wochen wurden das Produkt und das Geschäftsmodell entsprechend den Geschäftsanforderungen der N-ERGIE und der technischen Gegebenheiten seitens ABL Mobility entwickelt.

Das Ergebnis der gemeinsamen Ideenfindung und Marktforschung lässt sich in den Produktfeatures sehen:

- Software-only (Installation der Reev-Software in bestehende Infrastrukturen)
- Software/Hardware-Bundle (Reev liefert die gesamte Lösung für neue Infrastrukturen)
- Automatisierte Abrechnungs- und Zahlungslösungen für Mitarbeiter und Kunden
- Einfache, leicht zu bedienende Dashboards für müheloses Flottenmanagement
-Kundenspezifische Preisstrukturen

Unser Beitrag

Im Anschluss an die oben erwähnten Workshops zur Chancenanalyse halfen wir N-ERGIE und ABL Mobility den strategischen Wandel von einem reinen internen Produkt zu einem vollwertigen Geschäftsmodell mit einer leicht einsetzbaren und skalierbaren Technologieinfrastruktur einzuleiten. Um zukünftigen Kunden sowohl Software als auch Hardware liefern zu können, wurde ein Joint Venture zwischen N-ERGIE, ABL Mobility und mantro gegründet.

Wir unterstützten das Joint Venture mit insgesamt 10 Vollzeitmitarbeitern (6 Ingenieure, 1 Produktdesigner, 1 Marketingexperte, 1 UI/UX-Designer, 1 Projektmanager), die mehr als 1,5 Jahre lang an diesem Projekt mitwirkten. Ein erster technischer Machbarkeitsnachweis dauerte etwa 6-7 Wochen und gab grünes Licht für die weitere Entwicklung des gesamten Systems.

Da das Vorgehen einen strategischen und kulturellen Wandel innerhalb der N-ERGIE bedarf, unterstützten wir den Veränderungs- und Stakeholder-Management-Prozess mit erfahrenen Experten, die mit dem Management sozialer, politischer und technologischer Veränderungen in größeren Organisationen vertraut waren.

Auf der technischen Seite übernahmen wir die Entwicklung der gesamten technologischen Infrastruktur: von Front-End-Benutzeroberflächen über detaillierte Sicherheitskonzepte bis hin zu skalierbaren Back-End-Infrastrukturen und der gesamten Kommunikationsschicht, um ein großes EV-Ladenetz zu betreiben.

Das Joint Venture endete mit einem Höhepunkt: mantro unterstützte N-ERGIE und ABL Mobility dabei, ein hochgradig autonomes und unabhängiges Team aufzubauen, an Bord zu nehmen und zu schulen. Die Konsequenz – einige der Joint Venture Mitarbeiter auf mantro Seite sind zu einem festen und langfristigen Bestandteil von Reev geworden.